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	<title>Heidelberger Predigtforum &#187; Himmelfahrt</title>
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		<title>Drüben am Horizont berühren sich Himmel und Erde</title>
		<link>http://www.predigtforum.de/2009/05/druben-am-horizont-beruhren-sich-himmel-und-erde/</link>
		<comments>http://www.predigtforum.de/2009/05/druben-am-horizont-beruhren-sich-himmel-und-erde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 May 2009 19:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Janssen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Himmelfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß noch, wie bunt ich mir als Kind die Himmelfahrt Jesu vorstellte. Eine richtige majestätische „Auffahrt“. Keine kleinen Schritte, keine mühsamen Treppenstufen. Die Jünger haben verdutzte Gesichter, stehen mit halboffenen Mündern und zugekniffenen ‚Augen da. Ich war natürlich klüger als sie. Dass Jesus die Kurve kratzte, beunruhigte mich nicht weiter. Der Himmel ist eben so weit weg und so unendlich groß. Im Religionsunterricht lernte ich dann später das Lied: „Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig“. Ich sah dann im Himmel einen Thron und Jesus darauf sitzen. Die Vorstellung gefiel mir. Sie machte mich auch groß. So ein König – toll! Da sollte doch die ganze Welt einmal erstarren. Wer alles auf Knien rutschen sollte, wusste ich auch. Wie gut, dass ich nie darüber geredet habe – peinlich?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Predigt</h3>
<h4>Himmelfahrt</h4>
<p>Ich weiß noch, wie bunt ich mir als Kind die Himmelfahrt Jesu vorstellte. Eine richtige majestätische „Auffahrt“. Keine kleinen Schritte, keine mühsamen Treppenstufen. Die Jünger haben verdutzte Gesichter, stehen mit halboffenen Mündern und zugekniffenen ‚Augen da. Ich war natürlich klüger als sie. Dass Jesus die Kurve kratzte, beunruhigte mich nicht weiter. Der Himmel ist eben so weit weg und so unendlich groß. Im Religionsunterricht lernte ich dann später das Lied: „Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig“. Ich sah dann im Himmel einen Thron und Jesus darauf sitzen. Die Vorstellung gefiel mir. Sie machte mich auch groß. So ein König – toll! Da sollte doch die ganze Welt einmal erstarren. Wer alles auf Knien rutschen sollte, wusste ich auch. Wie gut, dass ich nie darüber geredet habe – peinlich?</p>
<p>Es ist eine uralte Sehnsucht der Menschen, die Welt in guten Händen zu wissen, sie in gute Hände zu legen. Als ob Lukas das geahnt hat, zur Himmelfahrt sagt er – nichts. Er erzählt aber, sparsam mit Worten, dass Jesus seine Hände aufhebt und die Jünger segnet. Mitten drin – ich kann mir das alles nicht vorstellen – sieht Lukas Jesus „auffahren“. Gen Himmel. So klar die Richtung auch ist, ich sehe die „aufgehobenen Hände“. Es ist ein schönes Bild. Aufgehobene Hände hängen nicht nach unten, hängen nicht durch, halten sich nicht raus, aufgehobene Hände fassen etwas, legen sich auf etwas, bergen etwas. Oder überreichen etwas. Hier kommt es einem Vermächtnis gleich: Jesus vertraut seinen Jüngern das Evangelium an. Er legt ihnen zum letzten Mal die Schrift aus. Er segnet sie. Das ist ein ganz anderes Bild von Himmelfahrt als das übliche, dadurch aber keineswegs vertrautere. Ob der Himmel womöglich auch etwas mit aufgehobenen Händen zu tun hat?</p>
<h4>Blicke in den Himmel</h4>
<p>Mit dem Himmel verbinden sich ganz viele und ganz unterschiedliche Vorstellungen. Schon Kindern erzählen wir, dass der Himmel „da oben“ ist. Wir liegen auf einer Wiese, umgeben von duftenden Blumen. So weit können wir gar nicht schauen! Eine Weite ohnegleichen, und doch: Drüben am Horizont berühren sich Himmel und Erde, gehen fast schon ineinander über. Ich könnte glatt hinlaufen. Wenn er dann noch blau ist, der Himmel – wir sind dann fast schon im Paradies. Mit unseren Kindern. Warum eigentlich habe ich schon lange nicht mehr auf einer Wiese gelegen und den Himmel getrunken? Eine besondere Faszination geht von dem nächtlichen Himmel aus. Wer schon einmal das Glück hatte, durch ein Fernrohr zu schauen, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Sterne, unzählig – geradezu in Straßenformation. Erhaben, gleichmütig, den Jahrtausenden trotzend. Dass der Kosmos lebt und so seine eigene Geschichte hat Sterne gar erlöschen, könnte ich im Lehrbuch nachlesen, aber jetzt schaue ich nur. Wie klein doch meine Welt ist? Sie putzt sich mit künstlichen Lichtern heraus, ist aufdringlich laut und kann doch das Elend nicht verbergen. Dass die Erde ein leuchtender Stern ist, könnte ich von der Venus aus gut sehen, aber warum muss ich erst so weit gehen?</p>
<p>Verliebte aber wissen wohl am meisten vom Himmel. Entschuldigung, ihr Naturwissenschaftlicher/innen und Hobbyastronomen/innen: Für euch ist der Himmel wie ein großes Labor, wie eine Formelsammlung, eine intellektuelle Herausforderung &#8211; mit schwarzen Löchern seid ihr glücklich und zufrieden, aber den Verliebten hängt der Himmel voller Geigen. Ich frage mich zwar auch, wie das kommt, weiß auch nicht so genau, was ich sagen soll, aber: so modern die Zeiten geworden sind, Verliebte wissen, dass Gott im Himmel ist – und sie jetzt auch. Die Erdenschwere löst sich förmlich auf, ohne ihren alltäglichen Reiz zu verlieren. Das muss wohl daran liegen, dass der Himmel da hinten – schaut mal nach – die Erde küsst. So unfassbar der Himmel vor unseren Augen ist, so groß und großartig sind seine Bilder. Die Beispiele, die ich erzählt habe, sind nur Annäherungen und Hinweise. Wenn Eltern mit ihren Kindern auf der Wiese den Wolken folgen, der nächtliche Sternenhimmel meine kleine Welt in die Arme nimmt und himmlische Geigen ein Liebeslied anstimmen, dann hat unsere Sehnsucht einen Ort.</p>
<h4>Eine Hand für den Himmel</h4>
<p>Lukas wusste noch nicht, dass wir einmal einen Festtag haben werden, der „Himmelfahrt“ heißt. Schon der Name verführt dazu, im Kopf einen Film ablaufen zu lassen. Dabei ist der Himmel doch die Heimat Gottes. Nicht irgendein Ort. Für ihn gibt es keine Land-, keine Himmelskarte. Fassbar, lokalisierbar ist der Himmel nicht, weil Gott sich unseren kartografischen Bemühungen entzieht, ihn festzulegen. Die unendliche Weite und Schönheit des Himmels spricht aber für ihn. Darum ist es auch so reizvoll, in Bildern vom Himmel zu reden, von ihm zu träumen, sich in ihm zu verlieren.</p>
<p>‚Als Jesus seine Hände aufhebt, um seine Jünger zu segnen, legt er ihnen sozusagen den Himmel auf &#8211; auf die Köpfe, Herzen, ja, auch in ihre Hände. Je mehr ich darüber nachdenke, ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Jesus kann den Himmel in die Hand nehmen und teilen. Er hat ein Händchen für den Himmel … &#8211; Wie Schuppen fällt es mir von den Augen: Darum legt Jesus noch einmal die Schrift aus, Darum öffnet er seinen Jüngern das Verständnis. Darum macht er sie zu seinen Zeugen. Er gibt uns – den Himmel. „So steht‘s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage, und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden untern allen Völkern.“ Das ist auch die wohl schönste Kurzformel des Glaubens, ein Bekenntnis, das Leben eröffnet.</p>
<p>Ich habe Menschen kennengelernt, die auf ihrem Lebensweg die Kurve hinbekommen haben, so manchen ging der Himmel auf. Himmelfahrt für kleine Leute. Das ist ein Festtag! Was Jesus gesagt, was er gelebt hat, finde ich in meine leeren Hände gelegt. Kraftvoll, liebevoll, zärtlich. Langsam verstehe ich, warum Lukas die Himmelfahrt Jesu als eine Segensgeschichte erzählt. Ich weiß noch, wie bunt ich mir als Kind die Himmelfahrt Jesu vorstellte. Eine richtige majestätische „Auffahrt“. Keine kleinen Schritte, keine mühsamen Treppenstufen. Diese Geschichte muss ich mir jetzt anders vorstellen. Und die Jünger? Sie priesen Gott. Das ist das letzte Wort – im Evangelium nach Lukas.</p>
<p>Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.</p>
<h4>Kyrie</h4>
<p>Herr,</p>
<p>auf der Erde liegen viele Steine.<br />
Auf vielen Seelen auch.<br />
Viele Steine legen wir dazu.<br />
Herr, erbarme dich</p>
<p>Christus,<br />
wir schauen zum Himmel.<br />
Sehnen uns nach Wärme und Licht.<br />
Unsere engen Herzen werden weit.<br />
Christus, erbarme dich</p>
<p>Herr,<br />
du bist uns vorausgegangen.<br />
Wo du zu Hause bist, gibt es viele Wohnungen.<br />
Unsere Namen hast du schon an die Türen geschrieben.<br />
Herr, erbarme dich</p>
<h4>Fürbitten</h4>
<p>Im Evangelium haben wir gehört, dass Jesus in den Himmel aufgenommen wurde. Für viele Menschen ist der Himmel weit weg. Er ist für sie undurchdringlich und unnahbar. Wir bitten:</p>
<p>Für die Menschen, die einsam und verlassen sind, keine Freunde und Gefährten haben, mit ihrem Leben nicht zurechtkommen. Wir rufen zu dir: Lass den Himmel über sie aufgehen.</p>
<p>Für die Menschen, denen der Himmel voller Geigen hängt, denen die Zeit stehen bleibt, die trunken sind vor Freude. Wir rufen zu dir: Lass den Himmel über sie aufgehen.</p>
<p>Für die Menschen, die den Himmel auf Erden versprechen, sich auf Illusionen einlassen, der Realität entfliehen. Wir rufen zu dir: Lass den Himmel über sie aufgehen.</p>
<p>Für die Menschen, die Vater und Mutter werden, Kinder auf ihrem Weg begleiten, sich der Straßenkinder annehmen. Wir rufen zu dir: Lass den Himmel über sie aufgehen.</p>
<p>Für die Menschen, die sterben müssen, die ihres Lebens müde sind, die Angst vor jedem Sonnenaufgang haben. Wir rufen zu dir: Lass den Himmel über sie aufgehen.</p>
<p>Jesus hat sich zur Rechten Gottes gesetzt. Er ist der Herr. Sein ist die Erde, sein der Himmel. Er lässt uns nicht los. Wir sind auf dem Weg zu ihm.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Wenn der Himmel in unsre Nacht fällt…“</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 18:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Janssen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Himmelfahrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das wissen wir alle, was das ist und wie das ist: Abschiedsschmerz. "Scheiden tut weh", sagt der Volksmund. Abschiede, Trennungen gehören zu den traurigen Erfahrungen in unserem Leben. Wir würden sie gern vermeiden. Abschiednehmen fällt schwer, weil es bestätigt, daß etwas zu Ende gegangen ist. Eine Leere, vielleicht eine Ratlosigkeit wird spürbar oder eine Traurigkeit, die nur schwer auszuhalten ist. Um Abschied geht es auch im heutigen Evangelium, das von der Himmelfahrt Jesu erzählt. Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Predigt</h3>
<h4>Abschied</h4>
<p>Das wissen wir alle, was das ist und wie das ist: Abschiedsschmerz. &#8220;Scheiden tut weh&#8221;, sagt der Volksmund. Abschiede, Trennungen gehören zu den traurigen Erfahrungen in unserem Leben. Wir würden sie gern vermeiden. Abschiednehmen fällt schwer, weil es bestätigt, daß etwas zu Ende gegangen ist. Eine Leere, vielleicht eine Ratlosigkeit wird spürbar oder eine Traurigkeit, die nur schwer auszuhalten ist. Um Abschied geht es auch im heutigen Evangelium, das von der Himmelfahrt Jesu erzählt. Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern. Der Sohn Gottes schickt sich an, diese Erde zu verlassen. Eigentlich eine Situation, die nur allzusehr Anlaß zu Trauer und Schmerz geben könnte. Doch davon ist in diesem Text erstaunlicherweise keine Spur zu finden. Ob es daran liegt, daß der Abschied hier in das wunderbare, lichtdurchflutete Bild von der Himmelfahrt gefaßt ist? Das hat ja etwas ganz Leichtes, Lichtes, Verklärtes. Aber halt! Da sind wir bereits ganz am Ende der Geschichte. Ende gut, alles gut? Ja, es ist alles gut in dieser letzten Begegnung Jesu mit seinen Jüngern. Nicht nur das Ende. Jesus hält nämlich für die Zurückbleibenden, uns eingeschlossen, unschätzbare Abschiedsgeschenke bereit.</p>
<h4>Das erste Abschiedsgeschenk: Der Erkenntnisgewinn</h4>
<p>Im Evangelium wird zunächst hervorgehoben, daß den Jüngern dank der Worte Jesu ein tieferes Verständnis der Schrift und damit ein überaus tröstlicher Erkenntnisgewinn zuwächst: &#8220;Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden&#8221; (Lukas 24,45). Öffnen, das bedeutet etwas erschließen, eine neue Perspektive ermöglichen. Für die Jünger muß dieser neue &#8220;Durchblick&#8221;, dieses tiefere Verständnis der Schrift, so etwas wie ein existentielles Aha-Erlebnis gewesen sein. Zuvor wird an vielen Stellen hervorgehoben, daß die Jünger Jesu Wort von der Schrift, die sich an ihm erfüllen müsse, eben gerade nicht verstanden haben. Jetzt aber fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen: Jesus ist nur vordergründig und kurzsichtig betrachtet ein auf der Strecke Gebliebener. Im Licht der Schrift ist sein Schicksal ein erfülltes. Was doch wohl heißt, daß er dem, was mit seinem Leben gemeint war und was sein ihm wesensgemäßer Lebensauftrag war, treu geblieben ist; treu bis zur letzten Konsequenz. So hat er gerade in seinem Scheitern alles gewonnen. Das Kreuz ist in Wahrheit das große, unauslöschliche Pluszeichen, das ein für allemal vor sein Leben gesetzt ist, auch wenn menschliche Augen zunächst nur ein dickes Minus erkennen können. Wo die Jünger vorher nur Vergeblichkeit und Sinnlosigkeit sahen, erkennen sie auf einmal, daß Jesu Schicksal eingeordnet ist in einen weitgespannten Heilszusammenhang. Welch jubelnde Befreiung, welch einen Vertrauenszuwachs kann das Geschenk einer solchen Bewußtseinserweiterung bedeuten! Wenn sich das scheinbar Sinnlose als das zutiefst Sinnhafte erweist, das scheinbar Vergebliche als die eigentliche Erfüllung, das Scheitern als der endgültige Sieg.</p>
<h4><em>Das zweite Abschiedsgeschenk: Jesu Auftrag</em></h4>
<p>Dieses tiefere Verständnis der Geschehnisse um Jesu Tod hat nun fast zwangsläufig zur Folge, daß die Jünger damit gedrängt und berufen sind, die Wahrheit, die sie erkennen durften, als Zeugen auch an andere weiterzugeben. Jesus beauftragt sie ausdrücklich, &#8220;daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung des Sünden unter allen Völkern&#8221;. &#8220;Buße zur Vergebung der Sünden&#8221; &#8211; das heißt doch im Klartext: Die Vordergründigkeiten, Oberflächlichkeiten, falschen Wertigkeiten, die ganze Scheinwelt, in der wir Menschen uns in der Regel eingerichtet haben, als brüchig zu entlarven und im Leben und in der Lehre Jesu eine neue, absolut verläßliche Orientierung aufzuzeigen. Damit stellt Jesus das Leben der Jünger in einen ganz weiten Aufgaben- und Sinnhorizont. Er läßt sie nicht im Leeren und mit der vernichtenden Bilanz zurück, auf einen Looser gesetzt zu haben, sondern verweist sie auf die zentrale Aufgabe ihres Lebens. Welch ein Geschenk, an etwas Großem und Gültigem mitarbeiten zu dürfen und damit zu der ureigensten Lebensaufgabe gefunden zu haben in der Gewißheit höchster Legitimation!</p>
<h4>Das dritte Abschiedsgeschenk: die &#8220;Kraft aus der Höhe&#8221;</h4>
<p>Nun könnte man ja befürchten, die Jünger würden vielleicht verzagen angesichts der Größe der Aufgabe, die ihnen da von Jesus übertragen wird. Wie sollen sie, die sich ja selbst mit dem Verstehen so schwertaten, Jesu Leben und Werke und Lehre so verkündigen, daß sie andere Menschen damit erreichen und ihnen eine Umkehr, einen Neuanfang ihres Lebens ermöglichen? Jesus sieht diese Schwierigkeiten. Fürsorglich begrenzt er zunächst einmal den Aktionsradius der Jünger: &#8220;Fangt an in Jerusalem. &#8211; Ihr aber sollt in der Stadt bleiben&#8221;. Sie sollen nicht sofort &#8220;alle Völker &#8221; in den Blick nehmen; das wäre nur entmutigend und demotivierend. Jesus weiß, daß Menschen aus eigener Kraft eine solch gewaltige Aufgabe nicht bewältigen können. Darum gibt er ihnen ein überaus tröstliches und Mut machendes Versprechen: Sie werden nicht alleingelassen mit dieser ungeheuren Aufgabe, sondern sie werden &#8220;ausgerüstet mit Kraft aus der Höhe&#8221;. Sie werden von Jesus selbst eine besondere Hilfe und Stärkung zugeteilt bekommen, die sie befähigt, ihren Auftrag zu erfüllen. Jesus läßt seine Leute nicht im Regen stehen, sondern versichert sie des Beistandes. Mit welcher inneren Ruhe und Gelassenheit und Zuversicht kann man ans Werk gehen in der Gewißheit höheren Beistandes!</p>
<h4>Das vierte Abschiedsgeschenk: Der Segen</h4>
<p>Dies ist die letzte Gabe, die Jesus den Seinen hinterläßt. Segnend entfernt er sich von ihnen. So ruht dieser Segen fortan für alle Zeiten auf den Jüngern, den Männern und Frauen, auf jedem Menschen, der zum Zeugen für Jesus wird. Dieser Segen ist Befreiung und Ermutigung zu dem Weg, der vor ihnen liegt. Er macht &#8220;zukunftsfähig&#8221;. Die Segensgebärde Jesu steht als das unverbrüchliche Zeichen der Gottesnähe fortan über ihrem Leben und Wirken. Sie sind nicht allein, sie bleiben nicht zurück mit leeren Händen: Die Verbindung mit Jesus wird bleiben, der sie vor seiner &#8220;Himmelfahrt&#8221; so reich beschenkt hat. Ja, dieser Segen mündet gleichsam in die &#8220;Himmelfahrt&#8221;, hat selbst emporhebende, himmelöffnende Kraft. Jesus nimmt die Jünger mit hinein in die göttliche Sphäre, sie erfahren schon jetzt als Zeugen, daß es einen Himmel gibt, einen Ort Gottes, der auch ihnen in Jesus nahe ist. Welch ein Geschenk, gesegnet, von Gott angenommen und bejaht zu sein.</p>
<h4>Abschied zur Freude</h4>
<p>Daher, weil sie so reich beschenkt sind, kann es ihn gar nicht geben, den Abschiedsschmerz. Es gibt stattdessen nur die große Freude: Freude über die geöffneten Augen, Freude über die Vollendung des Lebens Jesu, Freude darüber, sein Werk fortsetzen zu dürfen, Freude über Jesu Zusage seines weiteren Beistands, Freude darüber, daß sie Gesegnete sind. So können die Jünger gar nicht anders, als Jesus anzubeten und Gott zu preisen. Diese Grundhaltung der Freude, der Anbetung und des Lobpreises hat ja die Kraft, Menschen emporzuheben aus den Niederungen des alltäglichen, trivialen Lebens und ihnen einen Anflug von Himmel zu vermitteln. Denn Himmelfahrt ist kein exklusives Erlebnis Jesu, sondern auch uns zugedacht, wie es anklingt in dem neuen Lied: &#8220;Wenn der Himmel in unsre Nacht fällt und die Erde uns nicht mehr festhält, wenn uns aufgeht, wir dürfen hoffen, Gottes Zukunft steht allen offen: Dann gehen wir dem Himmel entgegen, und alle gehen mit. Dann gehen wir dem Himmel entgegen, und alle gehen mit&#8221;.</p>
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