04.03.2003
Verschiedene Passionen
Liebe Gemeinde,
Was soll die Geschichte?
Jesus wäre nicht Jesus, wäre er auch nur ein einziges Mal dem Teufel auf den Leim gegangen. Allerdings scheint auch der Teufel nicht gerade auf der Höhe der Zeit gewesen zu sein. Das ist ja schon sehr plump, was er sich da an Versuchungen für Jesus ausgedacht hat: Steine in Brot verwandeln, vom Turm springen, die ganze Welt besitzen. Das ist etwas für die Bösewichte in James Bondfilmen, aber doch nicht für einen wie Jesus. Für ihn hätte er sich schon etwas anderes einfallen lassen müssen.
26.02.2003
Produktives Leiden
Liebe Gemeinde!
„Es ist vollbracht“, konnte der am Kreuz sagen, bevor er sein Haupt neigte und den Geist aufgab (Johannes 19,30).
„Es ist vollbracht“ und das Leiden geht weiter. Warum sterben immer noch Menschen , verlassen von ihrem Gott? Genügt das Erlösungswerk Jesu nicht? Warum sterben immer noch Menschen? Und warum muss offenbar eine neue Leidenszeit über die Menschheit kommen?
26.02.2003
Leid – kein Argument gegen Gott
Liebe Gemeinde!
Dieser Sonntag ist an vielen Orten, auch hier in Heidelberg, von der Faschingszeit bestimmt. Ausgelassene Freude noch bis zum Aschermittwoch, dann beginnt am nächsten Sonntag die Passionszeit. Der Predigttext zum heutigen Sonntag Estomihi aus dem Evangelium nach Markus führt uns schon durch die Tür zu dieser schwer zu verkraftenden Zeit des Kirchenjahres, die uns mit den dunklen Seiten unseres Lebens konfrontiert. Wie gehen wir mit unseren leidvollen Erfahrungen um?
18.02.2003
Lohnt sich das? Oder: Was bringt’s?
Liebe Gemeinde!
Lohnt sich das: Dreimal vergebliche Aussaat, nur einmal heißt es: nicht vergeblich. Drei gegen eins. Nur 25% Wahrscheinlichkeit, dass der Same gedeiht. In einem Wirtschaftsbetrieb würden nach einer solchen Bilanz Möglichkeiten geprüft werden, um ein wesentlich besseres Ergebnis zu erzielen. Einer Prüfung müssten sich auch die Qualität der Saat, die Erde und nicht zuletzt die Arbeiter und Arbeiterinnen unterziehen lassen.
11.02.2003
Die Arbeiter im Weinberg
Liebe Gemeinde,
dick gedruckt steht über dem Gleichnis die Überschrift: Die Arbeiter im Weinberg. Ich kann über sie reden, ihre Geschichte erzählen, verwundert die Augen reiben. Richtig ist: In diesem Gleichnis werden Menschen vorgestellt, die arbeiten gehen – und auf Arbeit warten. Aber was die Überschrift nicht verrät: Das Gleichnis stellt einen Chef vor, der nicht nur ungewohnte Wege geht, sondern auch mit seiner Güte den Weinberg in Aufruhr versetzt. Und am Ende der Geschichte werde ich, der Zuhörer, einfach hineingezogen: “Blickst du deshalb so böse, weil ich großzügig bin?“
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