Impuls veröffentlicht am 28.05.2009 von Heinz Janssen

Geist der Liebe – Gedanken zu Pfingsten

“Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaot.
(Sacharja 4,6)

Was für Gegensätze sind in diesem Gotteswort ausgesprochen! Der Prophet Sacharja stellt Menschenkraft und Gotteskraft einander gegenüber. Nicht durch verheerende Menschengewalt, sondern durch Gottes geistvolles Wirken soll geschehen, was das Leben auf dieser Erde fördert.

Der Mensch neigt dazu, sich mit Gewalt durchzusetzen, sie bringt nichts als Tod. Gottes Handeln ist durch seinen Geist der Liebe geprägt, eine Kraft, aus der Leben, Lebensfülle, entsteht. Geist im biblischen Sinn ist mehr als ein Gedanke, eine innere Haltung oder Überzeugung. Das der deutschen Übersetzung zugrunde liegende hebräische Wort bedeutet Atem, Wind, Sturm oder schöpferische, Leben schaffende „Dynamik“. In einer Welt, die bis heute voller gewalttätiger Heeresmacht ist, lenkt das Sacharjawort unsere Aufmerksamkeit auf eine andere Macht, die „himmlischen Heerscharen“, mit denen Gott durch das hebräische Wort „Zebaot“ in Verbindung gebracht wird. Diese Macht ermutigt, im Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe pfleglich mit Menschen und der Erde umzugehen. Sie wirbt für ein Leben in Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Frieden. Sie fördert das Miteinander, und sie fordert die offene Hand, nicht die geballte Faust.

“… eine liebende Kraft, die nicht verletzt und zerstört, sondern heilt und aufrichtet.”

„Selig, die auf Gewalt verzichten“, ruft Jesus ganz im Sinn des Sacharjawortes in diese Welt. Gottes Geist will mich in meinem Tun und Lassen bestimmen. Es ist eine liebende Kraft, die nicht verletzt und zerstört, sondern heilt und aufrichtet. In solcher Kraft und im Vertrauen, dass Gottes Atem wirkt, mich beseelt und stärkt, darf ich die Wege durch die neue Woche gehen und kann damit ihren Anforderungen begegnen. Ich will mich von der alten Pfingstbitte inspirieren lassen: „Veni, creator spiritus“, „Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist…“

(Der Text ist leicht verändert veröffentlicht in: Pastoralblätter. Predigt-Gottesdienst-Seelsorge-Die Praxis, 149.Jg., 2009, Heft Mai 2009)

 

nach oben

 

Ihr Kommentar

 

nach oben

 
Kommentare
  • Pastor i.R. Heinz Rußmann: Nicht nur klug und weise, sondern sehr lebendig und nahe an der Erfahrungen der Jüngeren...
  • Pastor i.R. Heinz Rußmann: In leuchtenden Farben malt der Seher Johannes den auferstandenen Jesus Christus. Mit...
  • ph. ran: Naaman wollte nur eins: seinen eigenen Vorteil, seine Heilung sich erkaufen mit Geld. Der Prophet Elisa war...
  • Heiko Singer: Mir gefällt an dieser Predigt besonders der Teil II, der das Kreuz in den Mittelpunkt stellt und dessen...
  • Pastor i.R. Heinz Rußmann: Die Herabsetzug aller bedeutenden Instanzen durch den Apostel Paulus und ihre Umkehrung...
 
 
Buchempfehlung
Berührungspunkte – Worte der Bibel ins Heute gedacht

“Wo zwei oder drei…” Gottesdienste mit kleiner Gemeinde feiern
Lass dich beflügeln!

Das Lukas Evangelium

Flügel im Augenblick

Binde deinen Karren an die Sterne

Meine Füße auf weitem Raum

 
 
Spenden

Unterstützen Sie das HPF!
Erfahren Sie warum und wie.

 
 
Projekt

Wir wollen wissen:
"Was ist eine Predigt?"

Erfahren Sie mehr über das Projekt und machen Sie mit!